header banner
Default

Ein neuer Makler namens "Asset Allokation Ltd" gilt als unzuverlässig und die Bitcoin-Betrugsmasche "Höhle der Löwen" - einfach erklärt


Pünktlich zum Wochenende hat uns ein neuer Betrugsfall erreicht, in dem wir für unsere Mandanten ermitteln. Über eine online Werbeanzeige mit dem Inhalt „Die Höhle der Löwen“ und „Hans Meiser“ empfehlen den Einstieg in Trading mit Bitcoin, wurde unser Mandant auf den Broker „Asset Allokation Ltd.“ aufmerksam. 

Die Internetseite dieses Brokers ist optisch sehr ansprechend gemacht und lässt nicht auf den ersten Blick erkennen, dass es sich um ein betrügerisches Angebot handelt. Es wird suggeriert, dass man nur Vorname, Nachname und eine Telefonnummer angeben braucht, um Trader zu werden. Am Ende hat unser Mandant leider einen hohen Schaden erlitten - die Tradingplattform von "Asset Allokation Ltd." hat sich als Betrug herausgestellt. 

Am Beispiel des betrügerischen Brokers „Asset Allokation Ltd.“ gegen den auch die BaFin ermittelt, erklären wir die „Höhle der Löwen“-Masche, die in vielen Betrugsfällen vorkommt.

Womit werben die Bitcoin Trader?

Es gibt zahlreiche Websites, die Ihnen die Möglichkeit bieten, auf den Anstieg oder Fall des Bitcoin-Kurses zu setzen. Dabei versprechen sie, automatisch zum optimalen Zeitpunkt Bitcoins zu kaufen und gewinnbringend wieder zu verkaufen. Diese Angebote sind im Internet weit verbreitet und es kommen ständig neue hinzu. Die Nutzung dieser Webservices erfordert weder eine leistungsstarke Grafikkarte noch besondere technische Kenntnisse. 

Laut den Betreibern benötigt der Nutzer oft nicht einmal viel Ahnung von Bitcoin & Co. Die Websites versprechen, dass Sie problemlos bis zu 7.000 Euro am Tag verdienen können. Das Anmelden auf solchen Seiten scheint ein Glücksgriff zu sein: Sie geben einfach Ihre Daten ein und machen kurze Zeit später mit. Teils sind nur 250 Euro zu investieren. Die Werbung suggeriert, dass ein kleiner oder großer Reichtum für Sie dabei herausspringt. Bilder von glücklichen Menschen sollen vermitteln, dass sie es geschafft haben, Bitcoin-Millionär zu werden – oder zumindest ihr Einkommen erheblich aufzubessern. Das ist leider alles gelogen!

Warum die „Höhle der Löwen“ Werbeaussage ein Anzeichen für Betrug?

Es ist allgemein bekannt, dass Werbeversprechen oft zu schön sind, um wahr zu sein. Dies gilt auch für das Handeln mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen auf fragwürdigen Websites, die utopische Gewinne ohne Risiko versprechen. Solche Angebote sind bereits verdächtig, aber noch fragwürdiger wird es, wenn sie von einer Dating-Bekanntschaft vorgeschlagen wird oder sie die Namen von bekannten Personen wie Thomas Gottschalk oder Hans Meiser missbrauchen. Insbesondere in Online-Werbekampagnen werden oft Gesichter aus der Fernsehsendung "Höhle der Löwen" (DHDL) verwendet.

In DHDL stellen Gründer von Start-ups, Erfinder und Unternehmensgründer ihre Ideen vor, die oft einzigartig sind und großes Verkaufspotential haben. Wenn die Löwen einem Konzept zustimmen, investieren sie eine fünfstellige oder höhere Geldsumme in das Unternehmen und erhalten einen Prozentsatz an Firmenanteilen. Darüber hinaus nutzen sie ihre Verbindungen zur Wirtschaft, um die Produkte an potenzielle Käufer zu verkaufen. Dies steigert den Gewinn, von dem die Löwen profitieren. Es ist daher wichtig, vorsichtig zu sein und seriöse Angebote von betrügerischen zu unterscheiden.

Das Konzept des Löwen-Prinzips wird von Kriminellen im Internet genutzt und vermarktet: Die TV-Show ist seit 2014 etabliert und genießt Bekanntheit. Das Löwen-Prinzip wird von Cyber-Kriminellen gezielt ausgenutzt. Es wird damit geworben, dass es um ein mysteriöses System handele, das angeblich Nutzer reich machen soll. Eine automatische Software, die als "Algorithmus" oder "Bot" oder "Roboter" bezeichnet wird und selbstständig agiert. Laien sollen dadurch angeblich hohe Gewinne mit Bitcoin erzielen können.

Wie läuft der Betrug mit der „Höhle der Löwen“-Masche ab?

Für Einsteiger ist praktisch nicht erkennbar, welche Broker seriös sind und welche nicht. Die betrügerischen Webseiten haben in der Regel kein Impressum oder ihren Sitz oft im Ausland, was es für deutsche Strafverfolgungsbehörden schwierig macht, die Hintermänner zu identifizieren. Die Betrugsmasche besteht aus einer Vielzahl von verschiedenen Webseiten, was es schwierig macht, das System zu durchschauen. Die Nutzer kommen meist über Google auf eine Werbeseite mit verlockenden Versprechungen und landen schließlich beim Betrugsangebot. Die Gewinnversprechen sind meist nur leere Worte und das Hauptziel besteht darin, persönliche Daten der Nutzer zu sammeln. Auf der Webseite befindet sich ein Formular, in das der Vor- und Nachname, die E-Mail-Adresse und vor allem die Telefonnummer eingetragen werden können.

Mit einem Klick auf "Konto eröffnen" gelangt man dann auf ein Formular, das bei allen betrügerischen Brokern praktisch gleich aussieht:

Sobald diese Informationen eingegeben werden, wird der Nutzer von einem Betrüger angerufen. Dies geschieht oft innerhalb von 15 bis 30 Minuten. Die Person am anderen Ende der Leitung gibt dem Nutzer Hilfestellung beim Aktivieren eines Handelskontos, welches über eine Einzahlung per Visa oder Mastercard von fast immer 250 Euro erfolgt. Seltener sind es 215, 200 und 300 Euro. Das Problem besteht darin, dass das Geld nach der Überweisung weg ist und kaum zurückgeholt werden kann.

Die Gesprächspartner, die als selbsternannte Account-Manager auftreten, zeigen sich bescheiden und warnen vor den Risiken von Investments. Einige wenige Akteure geben zu, dass die Gier der Anleger zu deren Scheitern führt. Die Broker, die als Finanzexperten agieren, überzeugen ihre Opfer dazu, immer mehr Geld zu investieren, um den Gewinn zu maximieren. Die psychologisch geschulten Berater nutzen verschiedene Taktiken, um ihre Kunden zu animieren, immer mehr Geld aufs Spiel zu setzen. 

Sobald die Stimmung gekippt ist, zum Beispiel weil Nutzer eine Auszahlung des Gewinns wünschen oder gar ihr ganzes eingezahltes Geld zurückhaben wollen, ändern die Berater ihre Taktik. Dann wird versucht, den Nutzern Angst einzujagen, indem hohe Steuern oder Provisionen gezahlt werden müssten, bevor man den Gewinn auf das Girokonto ausgezahlt halten soll.

In vielen Fällen ruft dann der vermeintliche Chef des Beraters an, um den Druck zu erhöhen. Es wird viel versprochen, wenn der Tag lang ist – die Telefonate ziehen sich oft für mehrere Stunden. Nutzer werden z.T. dutzende Male am Tag angerufen oder erhalten unzählige WhatsApp-Nachrichten, um sie unter Druck zu setzen. Auf diese Weise gelingt es den Tätern, an noch mehr Geld zu kommen – viele unserer Mandanten haben auf diese Weise ihre gesamten Ersparnisse verloren und sind z.T. schwer traumatisiert.

Warum ist „Asset Allokation Ldt.“ ein betrügerischer Broker?

Nach der ersten Kontaktaufnahme wurde unser Mandant dazu verleitet, 250 Euro einzuzahlen. Nach kurzer Zeit des automatischen Tradings auf der Seite, sollen sich daraus mehrere 1000 € entwickelt haben. Durch eine Vielzahl von Telefonaten wurde unser Mandant schließlich überredet, eine größere, fünfstellige Summe zu investieren. Alle seine Zweifel wurden vom Tisch gewischt. Als er verlangte, dass ihm sein Geld zurückgezahlt wird oder zumindest der Gewinn, wurde unsere Mandanten ein PDF Dokument mit einem sog. „Mittelherkunftsnachweis“ geschickt – angeblich, um die Transaktionen nach Geldwäsche-Gesetzen zu prüfen. Der Inhalt des Dokuments ist hanebüchener Unsinn. Darin heisst es u.a.:

„Der Mittelherkunftsnachweis soll laut Verordnung mit 21% der Gesamtsumme; 358.399,- EUR die Sie an Hand von Bitcoins besitzen, legitimiert werden. Anschließend wird nach dem erfolgreichen Abschluss und der zeitlichen Umbuchung zwischen Ihrem Girokonto und Ihrem digitalen Portmonee, ein Zertifikat ausgestellt, was belegt, dass Sie nicht mit der Geldwäschepolitik involviert sind. Die Summe der temporären Umbuchung zwischen Ihrem Girokonto und Ihrem Wallet beträgt somit; 97.358,90 -, EUR. Wir bestätigen hiermit, dass nachdem der Mittelherkunftsnachweis ordnungsgemäßes, mit der technischen Unterstützung mit einer unserer Mitarbeiter durchgeführt worden ist. Ein Wiedereingang der Summe in Höhe von __ EUR auf dem Girokonto, des oben angegebenen Klienten wieder automatisch einfließen wird. Um weiterhin erfolgreich auf dem Finanzmarkt, Handel betreiben zu dürfen, müssen Sie diesen finanziellen Zwischenschritt so bald wie möglich durchführen. Laut Verordnung der Geldwäsche-Politik § 193 des bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Fällt das Fristende auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt der darauffolgende Werktag als Fristende. Bitte überweisen Sie den Rechnungsbetrag bis zum 11.05.2023.“

Bild: Auszug des gefälschten Dokuments über den "Herkunftsmittelnachweis" 

Gibt es einen Mittelherkunftsnachweis überhaupt?

Ja! Finanzdienstleister, wie Banken, Börsen, Broker und VASPs, können unter bestimmten Bedingungen gesetzlich dazu verpflichtet sein, von ihren KundInnen einen Nachweis über die Herkunft ihrer Geldmittel zu verlangen. Wenn man also beabsichtigt, Kunde eines Finanzdienstleisters zu werden, muss man diverse Nachweise erbringen, die belegen, woher das eingezahlte Geld ursprünglich stammt. Dazu gehören sowohl Dokumente und Belege als auch die Beantwortung von Fragen zur Herkunft der Mittel.

Aber ganz wichtig: Nachweise ja, aber keinesfalls muss, wie von Asset Allokation Ldt. suggeriert, eine Vereinbarung, die über den Mittelherkunftsnachweis getroffen werden . Schon gar nicht muss man dafür etwas bezahlen!

Hat „Asset Allokation Ldt.“ wirklich einen Sitz in München?

Nein! Der betrügerische Broker verwendet das Unternehmenskennzeichen „Asset Allokation“ in ähnlicher Schreibweise zu dem echten Unternehmen mit der Firma „Asset Allocation AG“ mit Sitz in München (http://www.assetallocation.de/ ). Es handelt sich also allein schon deshalb um Betrug, weil eine verwechselungsfähige Firma verwendet wird und gleichzeitig die Adresse in der Widenmayer Str 15 in München im Impressum der Seite asset-allokation.com verwendet wird.

Die BaFin hat ihre Ermittlungen gegen die Asset Allokation Ltd. aufgenommen, da das Unternehmen auf seiner Website asset-allokation.com unerlaubterweise Finanz- und Wertpapierdienstleistungen anbietet. Die Darstellung der Website suggeriert, dass es sich um eine legitime Seite der von der BaFin zugelassenen Asset Allocation AG Vermögensanlagen - Consulting handelt, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht. Hierbei handelt es sich um eine Form des Identitätsdiebstahls. Unsere Finanzaufsichtsbehörde arbeitet unermüdlich daran, solche Verstöße gegen die Gesetze und Richtlinien unseres Finanzsystems aufzudecken und zu bekämpfen.

Wie können Sie sich vor Betrug schützen?

  • Vorsicht vor Brokern und Beratern, die mit „Der Höhle der Löwen“ oder bekannten Personen /VIPs werden.
  • Beachten Sie, dass Broker-Seiten für Laien praktisch nicht auf Echtheit überprüfbar sind. Fragen Sie lieber uns oder die Verbraucherzentralen.
  • Broker, die kein Impressum oder Angaben zum Betreiber haben, sind in jedem Fall unseriös.
  • Wenn Sie mehrmals am Tag angerufen werden und die Berater sie nicht mehr auflegen lassen, handelt es sich um eine Betrugsmasche.
  • Wenn nach einem AnyDesk-Zugang gefragt wird, bereiten sich die Täter darauf vor, Ihre Konten auszuleeren oder Ihre Identität für Geldwäsche zu missbrauchen. Geben Sie niemals Kontaktpersonen, die Sie nicht persönlich kennen, Zugriff auf Ihren Computer.
  • Auch bei legitimen Angeboten von Robo-Trading gibt es ein sehr hohes, reales Verlust-Risiko. Robo-Advisor Angebote sind also auch dann gefährliche Geldanlagen, wenn sie seriös sind. Finger weg davon!
  • Lassen Sie von unseren Anwälten prüfen, wie man das Geld zurückholen kann. Neben einem Vermögensarrest der Staatsanwaltschaft, kommen auch zivilrechtliche Schritte gegen Banken oder Finanzagenten in Betracht. 

Haben Sie auch schlechte Erfahrungen mit „Asset Allokation Ltd.“ oder einem Werbeversprechen mit der „Höhle der Löwen“ gemacht oder sind gerade dabei, zu investieren? Dann zögern Sie nicht, sondern nehmen Sie Kontakt mit uns auf. In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir alle Ihre Fragen schnell und zuverlässig.

https://kryptobetrugshilfe.de/

 +49 (0)175 1252205

Sources


Article information

Author: Ashley Barry

Last Updated: 1698036121

Views: 458

Rating: 4.3 / 5 (73 voted)

Reviews: 88% of readers found this page helpful

Author information

Name: Ashley Barry

Birthday: 1977-09-17

Address: 3886 Bailey Plain Apt. 936, Port Tammyside, NC 58362

Phone: +4057777837600281

Job: Cryptocurrency Analyst

Hobby: Survival Skills, Chocolate Making, Gardening, Geocaching, Snowboarding, Juggling, Photography

Introduction: My name is Ashley Barry, I am a courageous, priceless, venturesome, unswerving, welcoming, receptive, capable person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.